Das 5. Castillo Morales®-Symposium in München

05. - 07. Mai 2017

Zur Eröffnungsveranstaltung am Vorabend des Symposiums (05.05.17, 18:00 Uhr) war bewusst die breite Öffentlichkeit eingeladen. Unter dem Motto: „Das Castillo Morales®-Konzept - Einblick in ein Therapiekonzept aus Argentinien, das auch hier Wurzeln gefasst hat“ berichteten Frau Christiane Türk, Logopädin und Frau Dr. med. Angelika Enders, Entwicklungsneurologin über den Werdegang von Dr. Rodolfo Castillo Morales und die Leitgedanken des von ihm entwickelten Behandlungskonzepts. Sie gaben Einblick in das therapeutische Vorgehen und veranschaulichten dies anhand von Videobeispielen. Sie ließen Eltern betroffener Kinder und Erwachsene in kurzen gefilmten Interviews zu Wort kommen und über ihre persönlichen Erfahrungen mit dem Konzept berichten. So war die zweistündige Einführung auch informativ für diejenigen der 150 Teilnehmer, die nicht zum ersten Mal vom Konzept gehört hatten.

Abschließend gab es beim kleinen Umtrunk ein geselliges Come-together und Möglichkeiten zum persönlichen Gespräch.

 

 

Abbildung 1:
reges Interesse an der Vorveranstaltung

 

Abbildung 2: Am Tagungsbüro alles bestens vorbereitet.

Ein besonderer Dank gilt Daniela Heinen (li.) und Anne Gambeck.

 

Hauptveranstaltung und Fachvorträge am 06.05.17

Die offizielle Eröffnung und Moderation des Symposiums übernahm Frau Ines v. Blanckenburg-Ongert zusammen mit Frau Cecilia Garcia, die jeweils die Übersetzung ins Spanische für die zum Symposium aus Argentinien angereisten Lehrtherapeut*innen direkt anschloss. Die beiden führten erfrischend auf Deutsch und Spanisch durch den Tag.

Abbildung 3:
Hinweisfahnen markieren denEingangsbereich. Zum Empfang bereit Angelika Schmid
Abbildung 4:
Frau Ines von Blanckenburg-Ongert und Frau Cecilia Garcia aus dem Vorstand der Castillo Morales®Vereinigung e.V.

 

Abbildung 5:
Die Präsidentin des Bayerischen Landtags Frau Barbara Stamm hatte die Schirmherrschaft für das 5. Symposium übernommen

 

 

Sehr wertschätzende Grußworte der Präsidentin des Bayerischen Landtags Frau Barbara Stamm, die die Schirmherrschaft für das Symposium übernommen hatte, wurden eingangs verlesen.

Frau Landtagspräsidentin brachte eingangs Ihr Bedauern zum Ausdruck, dass sie nicht persönlich anwesend sein konnte, wie ursprünglich geplant. Als Mutter und gelernte Erzieherin merkte sie an: „Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass schon das Aufziehen und Erziehen von gesunden Kindern für Eltern oft mit Mühe und Sorge verbunden ist. Wenn nun aber noch eine genetische Disposition dazukommt, die das „normale“ Heranwachsen erschwert, dann wird der Alltag zur Herausforderung und unter Umständen sogar zur Zerreißprobe für so manche Familie.“

Eine Delegation von Lehrtherapeut*innen der argentinischen Castillo Morales Vereinigung „Cruz del Sur“ war zum 5. Symposium angereist und verfolgte die Tagung mit großem Interesse. Direkt im Anschluss an das Symposium fuhren sie gemeinsam mit den deutschen Lehrtherapeut*innen in die Tagungsstätte Langau /Allgäu, wo sie für weitere fünf Tage einen intensiven Austausch pflegten über Unterrichtsinhalte in den Kursen, fachlich miteinander arbeiteten und so das Konzept weiterentwickelten. Gemeinsam genossen sie lokale Kultur (z.B. Besuch der Wieskirche, Schloss Neuschwanstein). Ein bayerisches Highlight für Weitgereiste und auch viele Einheimische!

 

 

  

 

Abbildung 6:
Die argentinischen Kollegen von li nach re: Edmundo José Gonzalez, Dr. Sylvina Iaconniani, Patricia Pepe, Marina Borbone und Patricia Bordi

 

Ebenfalls als Gäste zu begrüßen waren aus dem Vorstand der polnischen Castillo Morales Vereinigung (Stowarzyszenie Castillo Moralesa Polska) Barbara Paradowska und Ilona Misiewicz-Brzozowska. Für viele Anwesende besonders erfreulich war auch die Anwesenheit von Frau Dr. med. Barbara Renner und Frau Gisela Eichhorn als Wegbegleiterinnen der ersten Stunde von Dr. Castillo Morales.

Als Vertreterin der Selbsthilfegruppe Prader-Willi Syndrom e.V. war Frau Regine Wiewiora gekommen sowie Herrn Thorsten Stein von der Selbsthilfegruppe Angelman Syndrom e.V. Die ausgelegten Infomaterialien der Selbsthilfegruppen fanden reißenden Absatz.

 

   

 

 

Abbildung 7: In der Mittagspause zusammen Dr. Angelika Enders (re) mit Frau Regine Wiewiora (Mitte) von der Selbsthilfegruppe Prader-Willi Syndrom e.V. und Herrn Thorsten Stein (li) von der Selbsthilfegruppe Angelman-Syndrom e.V.

 

Die Vorträge

Den Reigen der Vorträge eröffnete Frau Dr.med. Angelika Enders unter dem Titel „Kinder mit genetisch bedingten Syndromen – in der Betreuung eine Herausforderung für die Fachwelt“.

Sie berichtete vom zunehmend zentralen Stellenwert der Genetik in allen Bereichen der Medizin. Aktuelles Wissen über Genetik sei eine entscheidende Voraussetzung für die diagnostische und beratende Tätigkeit des Arztes geworden. Am Beispiel des Fragilen-X-Syndroms veranschaulichte sie den Fortschritt der Gendiagnostik bis hin zur Entschlüsselung der molekularen Mechanismen auf neuronaler Ebene. Eine wichtige Voraussetzung, um Forschungsmodelle für die Entwicklung kausaler Therapie-Ansätze am Tier-Modell und weiterführend dann am Menschen zu entwickeln.

Abbildung 8: Dr. med. Angelika Enders  
Andererseits würden bei Kindern mit Entwicklungsstörungen durch die zunehmend feinauflösende Gendiagnostik Mutationen erfasst, die bislang noch kaum in Datenbanken beschrieben sind.
Das Paradigma „vom Phänotyp zum Genotyp“ befinde sich durch die Evolution der molekularen Diagnostik im deutlichen Wandel.

Unverändert bleibe es jedoch für die Betreuung von Kindern mit genetisch bedingten Syndromen und Beratung deren Bezugspersonen wichtig, die klinische Symptomatik der Kinder differenziert zu erfassen und gut informiert zu sein über die zu berücksichtigenden Besonderheiten hinsichtlich der körperlichen, neurologischen und kognitiven Entwicklung. Man könne die Kinder in ihrem Handeln besser verstehen und unterstützen, wenn man um ihr Entwicklungsprofil von Stärken und Schwächen sowie um ihren „Verhaltensphänotyp“ wisse.

 

Abbildung 9: Frau Dr. med. Karin Strobel, Erlangen

Frau Dr. Karin Strobel aus Erlangen berichtete reich bebildert, anschaulich, lebhaft und flott aus ihrer langjährigen Erfahrung über die „Kieferorthopädische Säuglingsbehandlung für Kinder mit Pierre Robin-Sequenz“.

Es gelang ihr sehr eindrücklich, die Gesetzmäßigkeit der Roux’schen Regel „Form und Funktion bedingen sich wechselseitig“ am Beispiel der LKGS-Fehlbildung und Pierre Robin-Sequenz zu veranschaulichen und daraus schlüssig Behandlungskriterien abzuleiten.
So entstand ein gut nachvollziehbarer Einblick in die kieferorthopädischen Maßnahmen und den Stellenwert einer interdisziplinär abgestimmten Behandlung nach dem Castillo Morales®-Konzept. Die gezeigten Langzeitergebnisse waren ein überzeugender und optimistischer Beweis.

Abbildung Nr. 10: Dr. med. Johannes Limbrock, München

 

 

Herr Dr. med. Limbrock berichtete unter dem Titel „Mama hat gesagt, Du hast einen Elefanten im Mund“, einer von Dr. Castillo Morales immer wieder genutzten Aussage, um Kinder zur Mitarbeit zu motivieren, über die sog. Mundmotoriksprechstunde.

Dr. Limbrock gab einen Einblick über sein bundesweites Beratungsangebot hinsichtlich orofazialer Fragestellungen in verschiedenen Einrichtungen, das er u.a. für die Versorgung mit Gaumenplatten auch in Vernetzung mit verschiedenen Kieferorthopäden anbietet.

 

Vortrag von Frau Doreen Bonduelle zum Thema „Erfahrungsbericht von Eltern einer Patientin mit Freeman-Sheldon Syndrom“.

Abbildung 11: Frau Doreen Bonduelle zusammen mit Ines von Blanckenburg-Ongert

Als Mutter eines Mädchens mit einem extrem seltenen Syndrom, das die myofaszialen Strukturen der Extremitäten und der mimischen Muskulatur betrifft, berichtete Frau Bonduelle sehr eindrücklich über die Belastung für Familie und Kind, die mit einer solchen angeborenen Entwicklungsstörung verbunden ist. Selbst im Gesundheitsmanagement tätig, führte sie dem Publikum sehr strukturiert und reflektiert vor Augen, was Eltern von Kindern mit besonderen Bedürfnissen sich wünschen. Einen spontanen Zwischenapplaus erntete sie mit dem Wunsch nach multidisziplinären Sprechstunden, wo mehrere Spezialisten (Kinderneurologe, Orthopäde, Rehatechniker und Therapeuten) sich rund um Kind und Familie versammeln und nicht die Eltern zum Vermittler von erhobenen Befunden würden.

 

Prof. Dr. Klaus Sarimski berichtet über „Ergebnisse der Heidelberger Down-Syndrom-Studie“.

Im Rahmen der Studie berichteten Eltern von Kindern mit Down-Syndrom über den Entwicklungsverlauf und Verhaltensmerkmale ihrer Kinder sowie ihr Familienerleben. Die Erhebung erfolgte, als die Kinder jeweils etwa ein, zwei, drei und vier Jahre alt waren.

Abbildung 12: Im Gespräch Prof. Klaus Sarimski und Dr. Angelika Enders

Während die Mehrheit der Familien sehr zufrieden war mit Umfang und Qualität der individuellen Fördermaßnahmen, bestand nur bei etwa 50% der Betroffenen eine Zufriedenheit hinsichtlich des Umfangs und der Qualität von familien-unterstützenden Maßnahmen. Eine intensivere fachliche Begleitung hätten sich diese Eltern erhofft hinsichtlich der emotionalen Verarbeitung nach der Diagnoseeröffnung zur Lösung von Blockaden zwischen Eltern und Kind, der Konkretisierung von prognostischen Einschätzungen sowie eine konkrete Unterstützung im Organisieren sozialer Hilfen.

 

Am Ende des Symposiums 2017 wurde nach einer Kaffeepause die Mitgliederversammlung der Castillo Morales® Vereinigung e.V abgehalten, die wie immer im Rahmen des Symposiums auf Antrag öffentlich stattfand.

 

 

   

 

Abbildung 13: Der Vorstand: von li nach re: Katrin Brockmöller, Ines v. Blanckenburg-Ongert, Cecilia Garcia, Angela Salm

 

 

Workshops am 07.05.2017

Workshop 1 zum Thema Angekommen?Angelika Schmid und Dr. Ulrike Wohlleben

Bindungs- und Beziehungsverhalten von Kindern, die zu früh, mit Risiken oder mit Behinderungen geboren werden und ihren Eltern – Beispiele aus der praktischen Arbeit im stationären und ambulanten Setting. Eine gelingende Passung von kindlichen Bedürfnissen und elterlichen Antworten ist elementar für eine sichere Bindungsentwicklung. Die Sprache/die Signale eines Kindes, das zu früh, mit Risiken oder Behinderung geboren wird, kann manchmal schwer zu verstehen sein. Wenn dann auch das komplementäre Antwortverhalten der Eltern nicht gut abgestimmt gelingt, beeinflusst das wiederum den körperlichen und emotionalen Verhaltensausdruck des Kindes und die Bindungsentwicklung zwischen Kind und Eltern. Welche Elemente aus dem Bindungskonzept unterstützen das "sich Verstehen", die Interaktion zwischen Kind und Eltern, welche Aspekte aus dem Castillo Morales®-Konzept können die gemeinsame sichere Basis unterstützen? Diese Fragen leiteten die Videoanalysen in Kleingruppen: Beobachtung des Verhaltens von o.g. besonderen Kindern verschiedener Altersstufen und deren Eltern in unterschiedlichen Alltagssituationen: Wo gibt es Sequenzen der wechselseitigen Passung als Grundlage für eine sichere Bindungserfahrung?

 

Workshop 2 zum Thema „Ein Einblick in das systemische Denken und Handeln“
Angela Salm und Christine Lorenz-Wiegand

Der erste Teil des Workshops begann mit einem Einblick in die historische Entstehungsgeschichte des systemischen Denkens und Handelns von der Urmutter Virginia Satier bis hin zum Konstruktivismus. Eine Abgrenzung zwischen therapeutischer Fachberatung hier im Castillo Morales®- Konzept mit den systemischen Inhalten und systemischer Beratung werden - im Kontext zu Berater-Klient-Beziehung - verdeutlicht.

Im Weiteren wird eine Möglichkeit der systemischen Fragestellung vorgestellt, die Ausnahmefragen sowie die Familien- und Umfeldkarte erläutert.

Nach der Kaffeepause wurden mit viel Engagement und Freude in einer Gruppenarbeit (Fälle aus dem Alltag der Castillo Morales®-Therapeutin) die Anwendung der Fragen und der Umfeldkarte praktisch ausprobiert.

Fazit der Teilnehmer:

  • Die systemische Grundhaltung ist der Haltung des Castillo Morales®-Therapeuten ähnlich.
  • Eine genaue Rollenabgrenzung zwischen Therapie als Fachberatung und dem Setting von „Psychosozialen“ Einzelberatungen mit eigner Zielsetzung ist wichtig – für die Familien genauso wie für den „Beratenden“, auch in rechtlicher Hinsicht.

 

Workshop 3  zum Thema „Lasst mich mitreden!

Abbildung 14: Christiane Türk und Cornelia Kosch

Cornelia Kosch und Christiane Türk Anwendung der Unterstützten Kommunikation bei Kindern mit genetisch bedingten Syndromen.

Der Workshop hat sich bezüglich der Grundlagen der Unterstützten Kommunikation vorwiegend mit Symbolen und Gebärden beschäftigt, um die sprachliche Entwicklung bei Kindern mit genetisch bedingten Syndromen zu unterstützen. Die Leitgedanken des Castillo Morales®-Konzeptes und die Voraussetzungen für gelungene Kommunikation wie z. B. adäquate Körperhaltung, wurden dabei besonders hervorgehoben. Praktische Übungen wurden durchgeführt, v.a. wie ein Einstieg in die UK möglich ist und so die Hemmschwelle zur Verwendung von Gebärden und Symbolen herabgesetzt werden kann. Positive Rückmeldungen erhielt dieser Workshop v.a. bezüglich der praktischen Umsetzbarkeit der UK im Alltag.

 

Workshop 4 zum Thema „Tragen und Körperkontakt im Castillo Morales®-Konzept“Cordula Dehmel und Lic. José Gonzalez

Abbildung 15: Die beiden Dozenten des Workshops

In diesem erfrischend praktischen Workshop wurde die Wichtigkeit des Körperkontaktes im Castillo Morales®-Konzept herausgearbeitet.

Der Körper der Eltern oder der Therapeutin kann als Medium eingesetzt werden, um dem Kind Sicherheit zu vermitteln.

Die Teilnehmer konnten untereinander üben und Tragetuchtechniken mit Therapiepuppen ausprobieren. Die Sicherheit, die die Kinder über den Körperkontakt erfahren und die Sicherheit der Mütter, die ihre Kinder auf Tuchfühlung spüren, konnte von den Kursteilnehmerinnen nachvollzogen werden. Theoretische Grundlagen wurden durch Fotos und Videos veranschaulicht. Dass ein argentinischer Lehrtherapeut den Workshop mit leitete, verdeutlichte die Wurzeln des Konzeptes.

Workshop 5 zum Thema „Pädiatrische Dysphagie im interdisziplinären Kontext“
Prof. Dr. med. Raimund Böckler

Herr Prof. Böckler war als sehr gefragter Referent zu einem Workshop gekommen und gab einen sehr anschaulichen Einblick in endoskopische Befunde, die mittels pädiatrischer FEES (flexible endoskopische Evaluation des Schluckakts) erhoben wurden. Er erläuterte Indikationen zur Sondenernährung, Aspekte des Speichelmanagements, diätetische Modifikationen und orofaziale Behandlungsaspekte.

 

Workshop 6 zum Thema Essen und Trinken
Angela Hoffmann-Keining und Ulrike Hirsch

Nach einer kurzen Selbsterfahrung wurden gemeinsam die Erfahrungen zu einer Mindmap zusammengetragen, über Hilfsmittel gesprochen und über Alltagshilfen diskutiert. Anschließend wurden 2 Kinder anhand von Videodokumentationen interprofessionell vorgestellt und die erfolgten therapeutischen Maßnahmen erläutert. Es war ein schöner Austausch und eine rege Diskussion.

 

Workshop 7  zum Thema „Spiel ist keine Spielerei“ Katrin Brockmöller und Jessika Marwan

In Anlehnung an aktuelle Studienergebnisse wurde in diesem Workshop herausgearbeitet, wie therapeutische Spielsituationen für ein selbstbestimmtes Spiel mit erfolgreichen Handlungen, Freude und unter Einbeziehung aller Sinne gestaltet werden kann. Dabei wurden einzelne „Spielzeuge“ in ihren Eigenschaften analysiert und die Bedeutung des Spiels für das Lernen beleuchtet. Anhand zahlreicher Videosequenzen wurde verdeutlicht, dass das Castillo Morales®-Konzept vielfältige Möglichkeiten bietet, um Kindern mit Einschränkungen in ihrer Körperfunktion eine größtmögliche Teilhabe unter Berücksichtigung der Umweltfaktoren zu ermöglichen.

 

Workshop 8 zum Thema „Möglichkeiten der Diagnostik und frühen Intervention bei Störungen der frühkindlichen Regulation und Sensorischen Integration bei Säuglingen nach dem IntraActPlus Konzept“ – Frau Kirsten Hinrichsen, Ergotherapeutin aus Mahlow

Anhand von videogestützten Fallvorstellungen wurde aus ergotherapeutischer und verhaltenstherapeutischer Sicht auf die sensorische Reizverarbeitung im Säuglingsalter in Hinblick auf frühkindliche Regulationsstörungen eingegangen und Lösungsstrategien vorgestellt, die im Verständnis von Sensomotorik bei mancher Castillo Morales®-Therapeuten etwas im Kontrast zu dem standen, was sie sich als kompetenzorientierten Behandlungsansatz erwartet hatten.

 

Workshop 9 zum Thema „Mundmotorik bei Kindern mit genetisch bedingten Syndromen“ – Dr. med Johannes Limbrock und Dr. med. Michael Thomas

Im ersten Teil des Vortrags von Dr. Limbrock berichtete er über orofaziale Besonderheiten bei Kindern mit genetisch bedingten Syndromen wie z.B. Down-Syndrom, Myotone Dystrophie, Wiedemann-Beckwith-Syndrom, Moebius-Sequenz, Arthrogrypose, Williams-Beuren-Syndrom, Prader-Willi-Syndrom, Cornelia-de-Lange-Syndrom und Franceschetti-Syndrom. Dabei erläuterte Dr. Limbrock in Kürze die Prinzipien der Behandlung im Castillo Morales®-Konzept sowie die Unterstützung der Behandlung mit stimulierenden Gaumenplatten. Dr. Thomas gab an Hand von Fallbeispielen einen detaillierten Überblick darüber, was aus kieferorthopädischer Sicht heutzutage bei diesen Patienten sinnvoll und machbar ist.

 

 

 

 

 

Abbildung 16: Im Dialog Dr. Ulrike Wohlleben (li) und Christiane Türk

Im Plenum bedankte sich Frau von Blanckenburg-Ongert bei allen Workshop-Leiter*innen abschließend mit einem kleinen Präsent.

Um der Veranstaltung einen thematisch passenden und interessanten Abschluss zu verleihen, lud Angelika Enders dazu ein, anlässlich des Monats Mai gemeinsam einige Bilder zu betrachten aus ihrer Sammlung zum Thema „Maria und Kind“ unter den Aspekten Tragen, motorische Entwicklung, Regulationsstörung (auf der Flucht nach Ägypten), Spielentwicklung, Essen und Trinken und Mutter-Kind-Interaktion. Jesuskinder mit extremer Hypotonie regten zu differenzialdiagnostischen Überlegungen an. Der Maler Andrea Mantegna (1431-1506) zeigt auf mehreren Darstellungen ein Jesuskind, das unverkennbar die Phänotyp-Merkmale eines Kindes mit Down-Syndrom erkennen lässt. Auf einem der Bilder stimuliert Maria sogar dessen Wangenmuskulatur. – Wer hat sie da wohl zu dieser Zeit schon angeleitet?

Der positive Eindruck vom Symposium wurden durch die Auswertung der Rückmeldebögen bestätigt.
Bei einer Teilnehmeranzahl von ca. 200 Personen konnten 90 Rückmeldebögen zum Symposium evaluiert werden.
 

Veranstaltung insgesamt

Organisation des Symposiums

Informationen im Vorfeld

Räumlichkeiten

Anzahl insgesamt

90

90

90

90

Sehr gut

45

53

44

32

gut

32

27

34

32

In Ordnung

3

5

5

20

mäßig

1

3

1

Nicht gut

Enthaltungen

9

5

4

5

Wir danken allen Teilnehmer für ihr reges Interesse und die wertvolle Unterstützung!

Ein herzlicher Dank auch allen, die zum Gelingen des Symposiums beigetragen haben.
Für diejenigen Mitglieder, die gerne nochmals Inhalte der Referate nachlesen möchten, sind die Handouts der meisten Vorträge auf der Homepage der Castillo Morales® Vereinigung e.V im Mitgliederbereich. Kongressteilnehmer, die nicht Mitglieder der Castillo Morales®-Vereinigung sind, können auf Anfrage bei der Geschäftsstelle in Berlin einen entsprechenden Zugang erhalten.

Angelika Enders

 

--> Zugang zu den Vortragsskripten für Nichtmitglieder
(bitte Code bei der Geschäftsstelle anfordern)

 

 

--> Symposium 2017 Programm


 

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